Ob die Idee den Dichter überwältigt oder der Dichter die Idee,
davon hängt alles ab.

Friedrich Hebbel

Das jahrelange Arbeiten mit Ärzten unterschiedlichster Fachrichtungen geht nicht spurlos an einem Autor vorbei. Schon gar nicht, wenn neben den dienstlichen Diskussionen auch private Gespräche Einblicke in das Arztsein erlauben.
Und so kam es, wie es kommen mußte ...  
 

Dr. Robert Hoffmann weiß nicht, was ihn erwartet, als er zu einem Notfall ins Krankenhaus zurückgerufen wird. Als erfahrener Arzt ist er nicht nervös, als er den Schockraum betritt.
Aber er sollte es sein. Denn schon nach einigen Tagen ist ihm klar – diese Patientin ist die Frau, die er für den Rest seines Lebens an seiner Seite haben will. Und ausgerechnet ihr kann er nicht helfen ...

Die Entführung kostet Johanna Escher beinahe ihr Leben. Sie kämpft, doch nur so lange, bis ihre Erinnerungen zurückkommen. Sie will nicht mehr leben, nur ihre Freundin hält sie aufrecht. Sie und dieser Arzt, der sich um sie kümmert.
Sie überlebt die dunkle Zeit, doch eines scheint unmöglich – sich je wieder einem anderen Menschen anzuvertrauen.

 
Was mich daran reizt? Es ist absolutes Neuland. Jetzt-Zeit, Chirurgie und Psychologie. Einem abgebrühten Protagonisten die Gefühle wieder beizubringen. Eine verletzte Protagonistin soweit zu heilen, daß sie wieder jemanden an sich ran läßt. Es ist so ganz anders als alles, was ich vorher geschrieben habe.
Ich frage mich, was am Ende daraus wird. Ein Haufen getippter Zeichen nur für mich? Wahrscheinlich. Eine zusammengeschrumpfte Version für die Öffentlichkeit? Vielleicht. Auf jeden Fall viele neue Erfahrungen für mich als Autorin, schreiberisch und auch stilistisch. Ich habe Spaß am Schreiben wie schon lange nicht mehr. Im Augenblick genieße ich einfach den Fluß der Worte.
Und sie kommen sehr, sehr reichlich.

Hier gibt es eine kleine Leseprobe (Romanzeit: 19. April 2009).

 

aktueller Stand:
Seit Anfang 2011 berichte ich auf dem Blog regelmäßig (erst wöchentlich, jetzt monatlich) über den Fortschritt am Projekt. Daher werden hier auf der Homepage nur noch Meilensteine erscheinen, den Schreibprozeß kann der interessierte Leser hier verfolgen.

Stand im Dezember 2011:
Johanna hat das tiefe Tal durchschritten, sie hat die selbstgewählte Isolation hinter sich gelassen und kann sich wieder ihren Freunden zuwenden. Robert tut alles, um Johanna wieder auf die Beine zu kriegen. Es tut ihm leid, sie so verzweifelt zu sehen, und doch freut er sich, dass sie seine Nähe wieder zulässt. Aber es ist noch ein langer Weg, ehe Johanna wieder richtig lachen kann. Ich freue mich schon darauf :-)
Und auch diesen November habe ich am NaNoWriMo teilgenommen. Auf dem Blog habe ich regelmäßig über die Fortschritte berichtet. Es war mittlerweile der dritte NaNo, eine Tatsache, über die ich viel nachgedacht habe.

Stand im Dezember 2010:
Johanna schlittert immer tiefer in ihre trüben Gedanken, Robert ist machtlos. Er versucht, wo er kann, sie aufzuheitern, doch sie schottet sich immer weiter ab. Keine einfache Schreibphase für mich als Autorin, wenn beide Protagonisten so schlecht drauf sind. Aber es nützt nichts, da müssen wir alle durch ... Und zur Aufheiterung aller Beteiligten gibt es immer mal eine Szene, die danach spielt.
Und auch diesen November habe ich am NaNoWriMo teilgenommen. Hier gibt es einen kleinen Bericht dazu und eine Leseprobe von einer Szene, in der beide gerade nicht deprimiert sind (Romanzeit: 21. Mai 2009).

Stand im August 2010:
Mittlerweile hat sie ihren zweiten Krankenhausaufenthalt hinter sich. Es war eine anstrengende Woche für beide, aber nun ist es geschaftt. Sie halten mittlerweile Händchen, er darf ihre Hand küssen, doch alles was darüber hinausgeht ... da hat Herr Chrirug keine Chance. Er leidet zunehmen darunter, daß sie ihn nicht als DEN Freund in ihrem Leben sieht, denn Geduld ist nicht seine Stärke.
Doch Johanna steuert auf eine schwierige Phase der Verarbeitung ihres Traumas zu. Sie braucht keine Romanze, sie braucht Sicherheit.

Stand im Dezember 2009:
November ist NaNoWriMo-Zeit, und ich habe wieder mitgemacht, mit diesem Projekt. Hier gibt es einen kleinen Bericht dazu und eine Leseprobe (Romanzeit: 29. April 2009).

Stand im April 2010:
Nach vier Wochen Krankenhausaufenthalt und dem oben erwähnten schwierigen Heilungsverlauf hat er sie endlich entlassen können und nun treffen sie sich privat. Schon seit drei (Roman-) Wochen. Sie tut sich schwer, wenn er keinen Kittel trägt, doch sie kommen sich langsam näher. Ziemlich langsam, was meinen Chirurgen auf eine harte Probe stellt, da er nicht der Geduldigste ist und lieber handelt als abzuwarten. Und außerdem ist er es gewohnt, daß die Frauen auf ihn abfahren. Aber sie kämpft mehr mit dem, was sie erlebt hat, als daß sie sich für das interessiert, was er von ihr wollen könnte.
Und weil bei diesem Projekt nichts so ist, wie ich es vorher kannte, habe ich feststellen müssen, daß lineares Schreiben hier nur bedingt funktioniert. Eine Protagonistin, die lange Zeit kurz davor ist, aus dem Fenster zu springen, deprimiert auch die Autorin beim Schreiben. Und so gibt es neben den vielen, vielen Seiten der ersten sieben Wochen auch schon viele Seiten der fröhlicheren Art, wenn sich die beiden Protagonisten endlich näher kommen.

Erkenntnis im April 2009:
Widerstand ist zwecklos.
Ein Jahr habe ich mich gewehrt gegen den Stoff, gegen den arroganten Chirurgen und die leidende Journalistin. Doch sie wollten nicht voneinander lassen und auch nicht aus meinem Kopf verschwinden. Was tut man in so einem Fall als Autor? Man stürzt sich in das Projekt und hofft, daß am Ende etwas dabei herauskommt.
Und so wurde „Frakturen“ zu meinem neuen Schreibprojekt. Obwohl ich nie ernsthaft etwas Zeitgenössisches geschrieben habe. Obwohl ich Liebesromane nicht mag. Obwohl ich Arztromane nicht ausstehen kann.
Aber Widerstand ist halt zwecklos, wenn die Idee einen überwältigt.

Beginn im April 2008:
Gerichtssaal, Aussage des Arztes. Mit im Saal das Opfer des Gewaltverbrechens, eine Journalistin. Er spricht über ihre Verletzungen, den schwierigen Heilungsverlauf. Doch halt! Was macht der Mann da? Wieso schaut er immer so zu ihr hin? Wo ist die so gerühmte ärztliche Distanz und Professionalität? Und warum funkelt sie zurück, als ob sie sauer auf ihn wäre, obwohl er sie doch tadellos behandelt hat?
Da geht doch was ab zwischen den beiden ...
Meine Neugierde ist geweckt. Wollen doch mal sehen, was damals so passiert ist, als sie in seine Notaufnahme eingeliefert wurde ...

 
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