Früher zog der Abenteurer in die Prärie oder den Dschungel,
heute setzt er sich an den Computer.

Martin Gerhard Reisenberg

Es ist Federkiel, die hier berichtet. Das Team ist auf der Heimreise, gerade in Sydney abgeflogen. Sie hat gerade nicht die beste Laune (wer wissen will, warum: Heimkehr nach Defihausen). Aber zu einem Dank an die Baumkänguruhs reicht es noch.

Federkiel sagt:
"Wenn uns Menschen auf dieser Expedition eines schnell klar wurde, dann das: In den Baumkänguruhs steckt viel mehr, als wir zunächst dachten. Sie sind nicht einfach nette, flauschige Geschöpfe (das natürlich auch), aber sie sind auch intelligent, wehrhaft und äußerst lernfähig. Ohne das BSEK (Baumkänguruh-Sondereinsatz-Kommando) wären wir so manches Mal gnadenlos untergegangen. Immer mehr verließen wir uns auf unsere pelzigen Gefährten, und sie haben sehr zum Erfolg der Expedition beigetragen!
Und so wunderte es mich auch nicht nur ein bißchen, als ich schon zu in Port Moresby die Kleinen zusammenhocken sah – über einer Tastatur! Die Baumkänguruhs schrieben ein Reisetagebuch! Ich überzeugte Fluffy, die Dateien regelmäßig an Chefarzt zu schicken, so daß wir immer nachlesen konnten, was gerade geschehen war – sehr praktisch, wo wir doch dauernd eins auf den Deckel kriegten und manchmal nicht wussten, was am Vortag passiert war.
So ganz geheuer war den Baumis das zunächst nicht, und sie verschleierten noch, wer da denn schrieb. Doch nach und nach konnte ich Fluffy und die anderen überzeugen, ihre Tarnung fallenzulassen, und am Ende schrieben sie ganz offen, was die von den ganzen Erlebnissen dachten.

Vielen Dank an Fluffy, Flauschi, Jumpy, Puffel, Manson, Stinky, Lilly, Paul, Freddi und Carsten (entschuldige, ich zähle Dich einfach zu der Baumkänguruhbande dazu)."

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Der ganze Artikel ist auch auf meinem Blog und kann dort kommentiert werden.

Reisetagebuch der Baumkänguruhs  

Teil 1: Deutschland (Frankfurt) nach Papua Neuguinea (Port Moresby)
Einmal um die halbe Welt … Papua Neuguinea ruft.
Ein Großteil der Expeditionsteilnehmer machte sich am Samstag von Frankfurt aus auf. In Begleitung eines Baumkängurus war der Flug sensationell günstig. Er startete pünktlich, mitten in der Nacht. Während die meisten sofort schlafen gingen, komponierte Chefarzt noch fleißig, der neue Song sollte ja fertig werden.
Erster Zwischenstopp: Singapur. Neben kleineren Zwischenfällen (verwüstete Supermärkte, aufgemischte Pudel und bewusstlose Fluggäste) verliefen die zwei Stunden Aufenthalt recht entspannt. Auch der Flug nach Australien war langweilig ruhig, wir hatten den Spaß daran verloren, das Flugzeug aufzumischen. In Cairns waren dann über zwei Stunden internetlose Quarantäne angesagt, dann ging es mit einer abenteuerlich kleinen Maschine weiter nach Port Moresby in Papua Neuguinea. Die Abfertigung zur Einreise war angenehm unkompliziert. Papiere vorzeigen, fertig. Wie gut, denn so langsam waren alle wirklich fertig von der langen Reise.
Ein Shuttlebus brachte alle dann zum Hotel, dem Holiday Inn, und jeder verschwand nur auf sein Zimmer. Bis auf Basadai, sie hat erstmal eine Stadtführung mitgemacht.
Abends wir uns am Hotelpool. Mittlerweile waren auch Tanja und Hendrik dazugekommen. Aber noch war die Expedition nicht komplett: Hans hat noch Probleme mit dem Visum, Hajo war schon in Madang, dort kommen auch Kranker Pfleger und Utmonica dazu. Fehlte nur noch Elena, aber von der weiß bestimmt Hajo, wo sie ist.
Poolparty war angesagt, doch dann kam der erste Schock: Chefarzt bekam eine Nachricht von Hajo, dass er entführt worden ist. Die GAHL! Die Reaktionen hätten nicht unterschiedlicher sein können: Während Tanja in hysterische Tränen ausbrach und sofort abreisen wollte, dachte sonst keiner ans Abbrechen der Expedition. Hajo zu retten war die Devise.
Doch das Ganze stellte sich, sehr zum Unwillen der Teilnehmer, als Ente heraus. Hajo hatte sich einen schlechten Scherz erlaubt. Ob er die Retourkutschen vertragen kann?
Man wird sehen …  

Teil 2: Port Moresby über Madang ins Nichts
Das Flugzeug von Port Moresby nach Madang war proppenvoll – warum mussten wir auch so viel Zeug mitnehmen? Und die Maschine war uralt, da wurde einem Angst und Bange. Und schlecht.
Aber Madang entschädigte uns für alles. Bäume, wohin man sah, Wasser, Strand. Hajo und seine Freundin Elena hießen uns am Flugplatz willkommen. Komischerweise war ihm keiner mehr so richtig böse wegen gestern. Nur Basadai hat ihm einen Seeigel ins Bett gelegt, aber davon hat er gar nichts gesagt. Vielleicht hat es ihm gefallen …
Wir hatten den ganzen Tag frei in Madang, und jeder tobte sich so richtig aus. Allein oder als Gruppe, im Hotel, beim Tauchen, Einkaufen oder auf dem Wasser. Spaß pur. Wir mochten gar nicht wieder zurück kommen, aber Hajo hatte am Abend eine Sitzung anberaumt zur Expeditionsbesprechung, das durften wir nicht verpassen. Schließlich gab es Buffet!
Die Pläne waren schnell erzählt: Madang – Flugzeug bis nach Enaratoli (in West-Papua) und dann weiter zum Basecamp der Carstensz-Pyramide. Dass Hajo da so einen Aufstand von gemacht hat. Aber immerhin hat er unseren einheimischen Guide, Nesse, vorgestellt. Wenigstens einer, der die Landessprache auch beherrscht.
Utmonica hat uns dann vom ersten Opfer der Expedition erzählt: Ihr Baumkänguru, das sie als Caddy für sie unterwegs war, wurde beim Golfen von einem Sumpfkrokodil gefressen. Alle waren sehr betroffen.
Nach einigen Entgleisungen am Buffet (es gab Krokodil am Spieß und panierte Skorpione) und wirren Plänen über Miss Jungle-Wahlen sind wir alle schnell ins Bett verschwunden. Morgens früh ging es wieder los. Wir hatten unsere eigene Maschine mit Pilot (Asem), und wir sind pünktlich gestartet. Aber der Flug begann schon mit Schwierigkeiten. N8engel fing mit allen das Tanzen an und Basadai kriegte ein Gepäckstück an den Kopf und wollte aus der Maschine ausbrechen. Wir konnten sie kaum bändigen.
Dann endlich eine Zwischenlandung, und wir sind gleich alle im Dschungel verschwunden. Darauf hatten wir nur gewartet! Aber dort ist es nicht ungefährlich, Tanja wurde von wilden Feuerameisen angegriffen, schrie rum und wollte dann doch Fotos. Merkwürdige Leute in der Gruppe … Aber doch eine nette Truppe, uns hat sich sogar ein weiters Baumkänguru angeschlossen, wohl ein entfernter Vetter von Jumpy.
Wegen Hermiones Kaffeesucht sind wir viel zu spät losgekommen, und dann kam, was kommen musste: Das Wetter zog sich zu, und wir schmierten ab. Mitten in den Dschungel!
Und dann ging es drunter und drüber! Geschrei, Gestöhne, man wusste gar nicht mehr, wo oben und unten war, alle redeten durcheinander. Immerhin ging das Reden noch … bei den meisten zumindest.
Das Flugzeug hing mitten in den Bäumen, sackte immer weiter ab durch das hektische Treiben im Innern. Doch irgendwann waren die Verletzten geborgen und versorgt, Nesse improvisierte ein Lager, und der Rest strömte aus, die Vermissten zu suchen, die aus dem Flugzeug geschleudert worden waren. Am Ende hatten wir sie alle wiedergefunden …
Die Nacht war ruhig, wir hielten Wache und beschützten das Lager. Um aus diesem Schlamassel wieder rauszukommen, teilte Hajo die Gruppe kurzerhand – die einen sollten Hilfe holen, die anderen die Verletzten versorgen und das Lager weiter aufstocken mit Nahrung und Wasser.
Im Lager lief alles glatt, Früchte, Beutelratten, Wasser, was das Herz begehrt. Doch von der Hilfetruppe lange kein Wort. Bis zu Hajos Aufschrei …
 

Teil 3: Dschungel nahe der Grenze über Talipi Richtung West-Papua
Die Bäume standen so dicht, da wäre es leichter gewesen, sich in den Kronen entlang zu hangeln. Doch die Rettungstruppe schlug sich unten durch bis zur indonesischen Grenze, Basadais und Avas Machetenkünsten sei Dank.
Basadai (mit Machete und Lächeln) und Jumpy (mit charmantem Auftreten) überzeugten dann auch die Grenzer, uns zu helfen. Hajo und Hendrik versteckten sich lieber hielten sich strategisch im Hintergrund. Da der Jeep nicht durchs Unterholz kam, schlugen die netten Grenzer uns den Hubschrauber vor. Nur leider hatten sie keinen Piloten. Kein Problem für Hajo, er las mal eben die Anleitung und los ging’s! Und der konnte das tatsächlich! Unglaublich!
Aber wie die anderen finden? Und so entstand im Lager noch mal Hektik, die Leuchtraketen zu finden. Doch Timo kletterte schließlich trotz gebrochenem Bein in die Baumkronen (an dem Mann ist ein Baumkänguru verloren gegangen!) und schoss die Leuchtmunition ab. Glücklicherweise brauchten wir uns nicht abseilen sondern haben noch eine nahe Lichtung entdeckt, zu der wir geflogen sind.
Dann ging alles ganz schnell: Delfinstern, Tanja und Federkiel waren die ersten am Hubschrauber und wiesen die anderen ein. Basadai improvisierte eine Trage für Hermione, und schon waren alle an Bord (samt Gepäck und Kängurus). Bis auf leichtes Unwohlsein bei einigen Beteiligten verlief der Flug ausnahmsweise ruhig. Hajo nutzte die Zeit, den Grenzern mal eben das Fliegen beizubringen. Sie setzten uns in Talipi ab, streichelten noch einmal Jumpy und weg waren sie.
Im Dorf gab es ein haus sik mit einem spanischen Missionsarzt, der alle untersucht und behandelt hat. Entwarnung, allen ging es den Umständen entsprechend gut. Der Ortsvorsteher stellte uns ein paar Hütten zur Verfügung, in denen wir alle unterkamen. Nach Waschen, Essen und ein paar Betelnüssen war nur noch Schlafen angesagt. Wegen der Kälte drängten wir uns alle zusammen, um uns zu wärmen. Wir hatten sogar einen Neuankömmling dabei, denn Hendrik entpuppte sich als echter Känguru-Versteher und brachte Utmonica mit Manson zusammen, der vorher im Dschungel nahe Talipi gewohnt hatte. Liebe auf den ersten Blick!
Der Tag in Talipi war herrlich entspannt und jeder genoß die Ruhe nach dem aufregenden Absturz. Dschungelerkundungen, Dorfrundgänge und Sing Sing. Nur Basadai, die brachte Jumpy das Kämpfen bei. Als hätte er es geahnt, was noch passieren würde …
Hajos belauschte während des Sing Sing zwei Uniformierte, die mit dem Dorfvorsteher stritten, und (fast) sofort war ihm klar, dass es nur die GAHL sein konnte, die uns auf den Fersen war. Also sofortiger Aufbruch. Doch noch während wir alle packten, kamen die GAHL schon in 20-Mann-Stärke, um uns aufzuhalten. Ein wilder Kampf entbrannte, Hajo, Federkiel, Basadai, Jumpy und Fluffy vermöbelten die Angreifer, auch Timo erwischte einen mit seiner Krücke. N8engel schoss scharfe Munition ab – Minipeilsender!
Als alle Uniformierten am Boden lagen, hechteten wir ins Flugzeug und los ging es wieder Richtung West-Papua.
Illegale Einreise … die GAHL auf unserer Spur … wohin wird uns das führen?
 

Teil 4: Enarotali (West-Papua) zum Base Camp an der Carstensz-Pyramide
Mitten in der Nacht kamen wir in Enarotali an, West-Papua, und wurden wieder freundlich aufgenommen – Baumkänguru und Mensch gleichermaßen. Hajo klärte schnell alles mit der illegalen Einreise, sogar die Papiere für die Kängurus hatte er dabei.
Während die meisten den Morgen verschliefen, trainierten Jumpy und Fluffy mit Basadai und Hendrik. Super Team, unser BSEK! Aber noch am Vormittag ging es weiter zum Basecamp (BC, 4300m) der Carstensz-Pyramide (4884m). Trotz Hajos hervorragender Flugkünste im Helikopter wurde wieder ein paar Leuten schlecht und der Innenraum brauchte eine Grundreinigung. So wie wir alle! Keiner wollte sich die Dusche entgehen lassen. Doch leider flog so Carstens Tarnung auf – er ist eigentlich ein Panda!
Die Kälte auf der Höhe und die dünne Luft machten uns alle träge, aber zum Essen reichte es noch, vor allem der Kräutersalat erfreute sich großer Beliebtheit. Obst und Schokolade waren da doch viel gesünder. Und noch eine weiter Überraschung erwartete uns im BC: Thea stieß kurzfristig zu uns.
Der Überfall der GAHL hatte natürlich alle beunruhigt. Und die Informationen, die Federkiel im Internet fand, schürten weiter die Spekulationen: Befand sich hier eine Zelle der GAHL? War die Gruppe infiltriert? Hatten sie es wieder auf uns abgesehen, so wie damals am Mount Everest? Doch die Moral der Truppe blieb gut, wir sicherten uns nach allen Seiten ab. Wenn alle zusammen hielten, konnte uns nicht viel passieren.
Welch ein Irrtum!
Der Vorfall bei der Party abends hätte uns eine Warnung sein sollen. Denn die GAHL hackte sich in die Monsterdoc-Seite vom Chefarzt. Jeder Klick auf die Seite brachte den Beweis: „This Blog ist blocked by the GAHL, last warning !!!!“
Dank schneller Reaktion konnte Chefarzt das Schlimmste verhindern. Der GAHL-Hacker wurde abgewehrt und die Seite gerettet. Die Party ging weiter, unbeeindruckt. Wir fühlten uns sicher, zumal die Peilsender sagten, dass die markierten Uniformierten sich weit weg befanden.
Der nächste Tag begann mit einem ausgedehnten Frühstück. Federkiel berichtete von einem merkwürdigen Gebäude, das sie beim Überfliegen der Grasberg Mine gesehen hatte. War die GAHL uns doch so nah? Wir beschlossen, uns das abends anzusehen. Den Tag verbrachten wir mit einigen lockeren Kletterübungen.
Der Vollmond passte zu diesem verrückten Vorhaben, sich bei der Mine umzusehen. Hajo startete den Hubschrauber, wir landeten am berühmten Zebra Rock, dann weiter zu Fuß den Berg hinab. N8engel hatte alle Kängurus und Carsten, den Panda, mit nachttauglichen Kameras ausgestattet. So näherten wir uns der Anlage, erkundeten die Gegend. Es war bald klar, dass dies der Stützpunkt der GAHL sein musste. Carsten war besonders wagemutig und näherte sich zu weit dem Zaun … doch nichts passierte. Kein Alarm oder stummer Alarm? Doch dann hörten wir einen zweiten Hubschrauber, der sich auf den Weg zum Basecamp machte. Wir hasteten zurück, um den anderen zur Hilfe zu kommen, doch zu spät: Die GAHL-Schergen überrumpelten Chefarzt und Hendrik und entführten Elena.
Warum sie das taten? Keine Ahnung. Aber wir werden sie retten. Irgendwie.
 

Teil 5: Im Base Camp an der Carstensz-Pyramide
Elena entführt, alle in heller Aufregung. Die Forderung der GAHL: Alle Blogger im PNG-Survival-Team sollen ihre Schreibaktivitäten mit sofortiger Wirkung einstellen, dann wird Elena freigelassen. Ultimatum bis heute Abend 21 Uhr.
Natürlich wollten wir nicht nachgeben!
Festgehalten wurde Elena in dem Gebäude festgehalten, das wir am Abend zuvor so professionell ausgekundschaftet hatten (bis auf Carsten, der war nicht so professionell gewesen). Hajo bewahrte trotz großer Sorge einen kühlen Kopf und entwarf mit Chefarzt und Federkiel einen ausgeklügelten Plan: Die Wachen vor dem Haupteingang sollten abgelenkt werden, damit ein Trupp auf das Dach des Gebäudes kommen konnte, um Elena zu suchen und zu retten.
Die Ablenkung, das A und O, sollte von Flauschi, Paul, Fluffy und Lilly übernommen werden, Tanja sollte dabei helfen. Jumpy, Puffel, Manson, Freddi und Jumpys Vetter sollten zur Eingreiftruppe gehören. Tanja ließ sich etwas bitten, während die Kängurus natürlich gleich Feuer und Flamme waren. Schließlich hatte das BSEK schon den ganzen Tag mit Basadai und Hendrik trainiert.
Punkt 20 Uhr ging es los, Hajos Plan forderte zeitgenaues Arbeiten. Abflug, Landung am Zebra Rock, Sabotage der GAHLschen Flugzeuge, Hubschrauber und Landfahrzeuge. Dann der große Auftritt: Flauschi voran, dann Paul, Fluffy und Lilly, gefolgt von Tanja, die für einen Menschen echt gut aussah.
Und es klappte! Die Wachen waren so gefangen genommen von unserem Anblick, dass sie nicht merkten, wie unsere Eingreiftruppe auf das Dach vordrang. Hajo peilte Elena an, fand sie auch gleich in einem Raum mit Glasdach. Kurzerhand trat er es ein und gleich darauf war er bei ihr unten. Während wir Elena aufs Dach hochzogen, wurde es unten vor dem Eingang kritisch. Nur durch Flauschis geistesgegenwärtigen Einsatz (so toll kreischt sonst keiner!) waren die Wachen so abgelenkt, dass die Eingreiftruppe Elena befreien konnte und die Sprengsätze anbrachte.
Es wurde noch mal brenzlig, als die Wachen Tanja festhielten, doch das BSEK, allen voran Jumpy, vermöbelte die Männer, so dass Tanja sich losreißen konnte. Alle rannten zurück zum Hubschrauber, kaum abgehoben, flog schon das ganze Gebäude in die Luft.
Fliegen, Landen, Essen, gemütlicher Ausklang einer gelungenen Aktion. Wir waren die Helden des Tages! Und das größte Wunder – Tanja hatte sich endlich mit den Flauschi und Fluffy angefreundet!
Die Nacht und der neue Tag verliefen ruhig. Ein paar Unermüdliche trainierten, doch der Rest hing ab erholte sich von den Strapazen des Abends. Doch unsere Aktion hatte Aufsehen erregt, ein Filmteam will kommen, unseren Aufstieg auf die Carstensz-Pyramide zu filmen.
Von der GAHL kam kein Mucks. Elena berichtete (über Federkiel) von ihrer Entführung. Sie wurde gut behandelt, aber dauernd verhört. Und so richtig kriegte sie nicht mehr zusammen, warum die GAHL sie entführt hatten, wenn sie eigentlich was von Hajo und der ganzen Truppe wollten. Und was das mit den Geheimbotschaften sollte, war auch nicht klar.
Nach dem Essen abends sind die meisten gleich ins Guesthouse verschwunden. Höhepunkt des Abends: der Vetter von Jumpy kriegte auch endlich einen Namen (Stinky) und einen Menschen (Tanja).
Und als wäre das alles noch nicht aufregend genug gewesen, brütete Hajo schon wieder was aus: Speednightclimbing. Will er doch wirklich die Truppe heute abend in der Dunkelheit in irrer Geschwindigkeit den Berg hochjagen. Und oben noch Fotos für eine Miss-Wahl machen …
Ob das gut geht?
 

Teil 6: Besteigung der Carstensz-Pyramide
Der Tag verging schnell mit den Vorbereitungen für den Weltrekord – Besteigung der Carstensz-Pyramide bei Nacht in 45 Minuten. Den meisten machte das ein bisschen Angst, einige wollten sich sogar drücken, aber uns konnte das nicht erschüttern. Wir waren alle fit!
Am Nachmittag kam dann das Filmteam (Mauro Fioretti und Dino Schielberg) samt Ausrüstung an. N8engel koordinierte die Technik, jeder (auch die Menschen) kriegte Mikrofon und Kamera. Als es in die Maske ging, wurden auf einmal alle ganz aufgeregt, und plötzlich war nur noch wichtig, wie man oben auf dem Gipfel aussah – denn dort gab es die Bilder für die Miss/Mister Carstensz-Wahl!
Da das bei Elenas Befreiung so gut geklappt hatte, hatte Hajo wieder einen minutengenauen Plan aufgestellt. Und so standen wir bereit, Geschichte zu machen: die eingeschworene Baumkänguru-Gemeinschaft und das PNG-Survival-Team. Und wieder klappte alles wie am Schnürchen! Es gab nur kleinere Probleme am Berg:
* Basadais Höhenangstanfälle und ein abgebrochener Fingernagel
* Flirtattacken zwischen Stinky und Freddi
* kleine bis mittelschwere Verletzungen bei Hermione, Delfinstern, Basadai, Federkiel, Ava und Timo
* Hermiones entgleiste Yak-Frisur
* Hermiones Fast-Absturz (Ob der mit der Frisur zusammenhing?)
* Basadais innovativem Blut-Makeup
* Timos Medikationskatastrophe
* Tanjas Fast-Absturz (Ob sie das nur gemacht hatte, damit Hendrik sie auffangen konnte?)
* Carstens Sprung in Timos Gesicht (Was soll man erwarten, er ist ein Panda …)
* Flauschis Avancen an Carsten (Eifersucht auf Timo?)
Alles von dem tollen Filmteam festgehalten und inklusive zweier Gruppenfotos. Manson und Utmonica kamen noch mit Hubschrauber zum Gipfel und die Party konnte steigen samt Miss/Mister Tree Kangaroo und Bademoden-Schau Miss/Mister Carstensz-Wahl. Freude pur! Wir hatten es geschafft und einen neuen Weltrekord aufgestellt: World Record in Nightspeedclimbing with Tree Kangaroos
Die beiden Regisseure filmten dann unseren Abstieg vom Hubschrauber aus.
Dann die Katastrophe! Die GAHL rückte mit einem eigenen Hubschrauber an (unserem eigenen, wie sich später herausstellte) und nahm das Basislager unter Beschuss! Wir konnten gar nicht glauben, was wir da sahen. Doch es war keine Tricktechnik, keine CGI. Alles echt!
Wir rasten den Berg hinunter und zum Camp, doch es war zu spät … alles verkohlt, alles kaputt!
N8engel, Asem und Nesse, die im Lager zurückgeblieben waren – niedergeschlagen, N8engel verletzt. Der Schock traf alle hart, auch Hermione, Tanja, Chefarzt, Elena und Basadai fielen in Ohnmacht. Chaos, alles vom Filmteam festgehalten (die sich dann klammheimlich mit dem Hubschrauber aus dem Staub machten).
Fazit des Tages: viele Verletzte (wie immer), Ausrüstung verbrannt. Klarer Sieg der GAHL.
Wie sollen wir da nur wieder rauskommen?
 

Teil 7: Von der Carstensz-Pyramide in den Dschungel
Die Nacht war kalt, und wir drängten uns alle dicht zusammen, um nicht zu sehr zu frieren. Am nächsten Morgen suchten wir durch den Schutt im Basecamp, doch es fand sich nichts Brauchbares. Wir hatten nur noch das, was in Beuteln oder am Körper war. Alles andere – verbrannt.
Wir machten uns also auf den Weg, um irgendwo ein Dorf zu finden, Zivilisation. Rettung. Was tags zuvor mit dem Hubschrauber in Minuten ging, zog sich jetzt wie eine schleimige Frucht in die Länge. Wir hielten nur kurz am GAHL-Krater an, um die Lage zu sondieren. Basadai und das BSEK standen bereit, doch es war keiner mehr da. Die GAHL war fort. Hajo fand ein Messer und einen Kompass, steckte noch ein bisschen Kohle ein. Alle schüttelten nur den Kopf über dieses seltsame Souvenir.
Während wir bergab liefen, hielt jeder die Augen nach etwas Essbarem oder Wasser offen. Immer wieder waren wir auch paarweise unterwegs. Wir machten dann abends das nächste Camp auf, sobald wir im Schutz einiger Bäume waren. Hajo bastelte mit der Kohle einen Filter für das Wasser, und endlich gab es wieder was zu Trinken! Wir schwärmten dann noch mal aus, um ein paar Früchte zu finden. Federkiel kam mit Krabbelzeugs wieder, wie eklig lecker. Da viele die Maden nicht recht mochten, sind Jumpy und Basadai noch mal losgezogen. Sie kamen bald darauf mit einer Schlange zurück, aber auch die schmeckte nicht allen, also gab es zusätzlich ein paar baumkänguru-gesammelte Früchte.
Doch es nützte nichts. Weder Stinkys und Freddis Schlammbadeinlage noch die Zauberkünste (Schokoriegel aus Beuteln) konnten es verhindern – der Schock durch den Angriff der GAHL saß zu tief. Wir hatten alle Hände voll zu tun, die Deprimierten wieder aufzubauen. Verletzungen (fast alle), Malaria (Hajo), Hunger (alle außer denen, die die widerliche Schlange gegessen haben) … Aber mit ein paar Stupsern und weichem Fell haben wir das wieder hingekriegt.
Die Nacht verlief ruhig (keine Störungen durch nachtaktive Früchte) und morgens waren alle wieder fit. Bis auf Hajo, denn der hatte jetzt richtig Fieber und sagte den ganzen Tag kein Wort. Die anderen schienen auch zeitweise von einer seltsamen Namen-Herumschrei- und Fuchtel-Krankheit befallen worden zu sein, doch glücklicherweise legte sich das wieder, ohne bleibende Schäden zu hinterlassen. Wir versorgen die Bande wieder mit Früchten, aber N8engel und Hajo hielten heute nicht so lange durch und so campten wir schon am Nachmittag auf einer schönen Lichtung.
Delfinstern und Tanja machten sich auf, die total auffällige Quelle zu finden. Basadai erlegte derweil ein paar Beutelratten. Delfinstern kam zum Lager zurück und machte sich nützlich, doch Hermione und Federkiel verdrückten sich. Sie trafen sich lieber mit Tanja und spielten mit den Dschungeltieren (lustig anzusehen von oben), bis Chefarzt sie zu Raison brachte. Denn die alle anderen sammelten wie verrückt Holz, um am total unauffälligen Fluss, den Nesse und Chefarzt entdeckt hatten, ein Floss zu bauen. Der Fluss würde uns zurück zur Zivilisation bringen!
Das Floss nahm Gestalt an, Cheffe fällte ein paar Fische und fing eine Sago-Palme, Basadais Machete erlegte fast allein ein Krokodil – und schon war die Stimmung super am Lagerfeuer!
Wir teilten schnell die Wachen ein (Carsten übernahm die erste Schicht, Fluffy die zweite, Jumpy bis zum Morgen).
 

Teil 8: Vom Dschungel ins Verbotene Land
Die Wachen leisteten ganze Arbeit, nichts außer dem lautstarken Knabbern von gegrillten Riesenameisen störte die Nachtruhe. Flauschi, die Frühaufsteherin, half dann Chefarzt, Asem und Nesse, die Floße zu Ende zu bauen. Fluffy, Stinky, Freddi und ein Paar Menschen sammelten Früchte. Chefarzt hatte noch Kaffee gefunden – ein königliches Frühstück.
Nach einer kleinen Känguruwäsche am Fluss (Tanja machte Bekanntschaft mit ein paar Blutegeln, Basadai mit einem Krokodil), stiegen wir auf die drei Floße, gut aufgeteilt, das Gepäck vertäut. Und los ging die Fahrt.
Zuerst war es ruhig, doch manche unserer Menschen kamen auf seltsame Gedanken – ein Baumkänguru auf den Kopf als Sonnenschutz. Natürlich machten wir das nicht mit.
Der Fluss wurde immer rauer, der Dschungel am Rand wurde zu Fels, immer mehr Fels, auch im Wasser. Wir klammerten uns aneinander fest. Hektisch versuchten wir, alle zu überzeugen, ans Ufer zu kommen, doch es war zu spät. Ein Floß knallte gegen einen Felsen, das Gepäck rutschte ins Wasser, Fluffy konnte sich gerade noch halten. Stinky, Carsten und Lilly hatten nicht so viel Glück – Tanja brachte das Floß zum Kentern, sie fiel im hohen Bogen ins Wasser, zusammen mit Chefarzt und N8engel. Stinky schaffte es, Tanja zu einem Floß zu ziehen, Carsten und Lilly retteten Chefarzt und N8engel – gerade noch mal gut gegangen.
Die Strömung wurde wieder weniger, und wir vertäuten die beiden Flöße. Geschafft, dachten wird, doch dann näherten wir uns einem Wasserfall. Basadai kundschaftete aus, entwarf einen verrückten kühnen Plan: Wir steuerten gerade noch vor dem tödlichen Fall auf einen Felsen. Und dann? Springen … 15 oder 30 Meter, aber was machte das schon für einen Unterschied. Kontrolliertes Springen, Schupsen, gut Zureden, und endlich waren alle unten angelangt. Nur Delfinstern war so pfiffig, den Weg zu nehmen.
Wir beschlossen am Fuße des Wasserfalls unser Camp für die Nacht aufzuschlagen, denn hinter dem Wasser gab es eine gemütliche Höhle. Holz und Früchte sammeln … das Feuer kriegten wir nicht an, aber noch störte uns das nicht.
Doch dann hörten sie: Die Trommeln! Verbotenes Land … Kängurufresser … Menschenfresser …
Lilly, Stinky und Freddi waren schon längst ausgeschwärmt, um die Gegend zu erkunden, aber die Menschen konnten es nicht abwarten und rannten selbst (laut wie eine Herde Tapire) in den Dschungel. Chefarzt, Hermione und Federkiel gaben vor, Holz zu suchen, aber eigentlich waren sie nur neugierig, wer da trommelte. Und so lief Chefarzt geradewegs in die Falle und baumelte kopfüber an einem Baum. Das war doch eigentlich recht bequem, aber sofort ging die Hektik los, ihn da runterzuholen. Die Trommeln wurden lauter, die Kängurufresser kamen näher.
Chefarzt spielte den Helden, schickte uns weg, weil er sich selbst befreien konnte, doch die Trommler erwischten ihn. Totenstille auf einmal.
Die Entscheidung fiel schnell, alle rannten kopflos in den Dschungel, Chefarzt zu finden. Nur Flauschi merkte, dass auch Carsten fehlte. Wir fanden die Stelle, an der Chefarzt in die Falle gegangen war. Geistesgegenwärtig hatte Chefarzt eine Spur gelegt, der wir folgen konnten. Natürlich saß er nicht im Kochtopf, wie viele Menschen vermuteten, schließlich war das ein Stamm von Kängurufressern …
Und so wurden die Menschen von den Einheimischen, den Gani, freundlich aufgenommen, saßen bald alle ums Feuer und aßen sich die Bäuche voll (und fragten nicht mal, was für ein Vierbeiner da im Stew war). Nur Basadai war misstrauisch, dass sie uns Kängurus alle in eine separate Hütte sperrten. Lilly, Stinky und Freddi saßen da schon …
Würden wir die Nacht überleben? Und wenn ja, was würde morgen geschehen?
 

Teil 9: Von den Gani zum geheimnisvollen Dorf
Geschlafen haben wir nicht viel heute Nacht im Dorf der Kängurufresser Gani, kauerten nur zusammen, hielten uns fest und hofften das Beste. Doch Basadai und Hajo hielten Wache, und wir alle überlebten die Nacht.
Wir verließen das Dorf morgens mit 10 Stammeskriegern. Das Ziel war ein Landungsstrip für Flugzeuge, der zwei Tagesmärsche entfernt sein sollte. Dabei würden wir an einem geheimnisvollen „Dorf“ vorbei kommen, um das selbst die Gani sonst einen weiten Bogen machten.
Basadai erlegte im Vorbeigehen eine große Schlange, die sie fortan um den Hals zu trug. Sehr nobel von ihr, wo sie doch abends nichts davon aß. Bis auf eine kleine Pause mittags liefen wir den ganzen Tag. Nachmittags ein bisschen Regen … herrlich! Gut fürs Fell.
Wir erreichten schließlich die „Dorfgrenze“ und die Gani-Krieger blieben wie angewurzelt stehen. Hajo schlich sich vor, ganz allein, doch wir bewachten ihn natürlich von den Baumwipfeln aus. Wir sahen sofort, was da los war (Hajo brauchte dazu etwas länger): die GAHL! Ein riesiges Gebäude hinter Stacheldrahtzaun, Uniformierte.
Die Menschen diskutierten erst eine Weile, doch dann schlichen wir alle den Zaun entlang bis zu einem Loch, durch das alle durchpassten. Doch noch ehe wir durch waren, stiegen die Uniformierten in einen Hubschrauber und flohen düsten ab. Das Gebäude lag verlassen da.
Also hin. Der Hintereingang war natürlich zu, doch Jumpy, Flauschi, Paul und Fluffy hatten schon einen Plan – das Fliegengitter vom Klofenster eintreten, hineinschlüpfen und von innen die Tür aufmachen. Gesagt, getan. Ziemlicher Lärm, aber es war ja keiner da … Wir öffneten den anderen die Hintertür. Puffel und Stinky bewachten den Eingang mit Ava und Tanja, der Rest schlich ins Gebäude.
Wir stöberten durch die Räume, nichts Essbares, aber Federkiel nahm allerlei seltsame Gegenstände mit. Das Gebäude war tatsächlich leer, die GAHL hatte einen fatalen Fehler gemacht – sie hatten das BSEK und das PNG Survival Team unterschätzt und uns für tot gehalten.
Lilly lotste Hajo zu einem Kontrollraum. Freddi half dort Delfinstern, den Zentralrechner zu knacken. Alle Blogger hier gespeichert … alle Seiten … weltweit. Hajo hielt das alles für die Hauptzentrale der GAHL. Hat er recht? Das wird sich wohl erst später herausstellen.
Stinky konnte Tanja leider nicht davon abhalten, wie eine Blöde zu den anderen zu rennen und von einer Bombe zu faseln – dabei bauten Paul und Timo die erst noch zusammen. Denn Hauptzentrale oder nicht – dies war zumindest ein wichtiger Stützpunkt der GAHL, der vernichtet werden musste.
Aufregend wurde es noch einmal, als alle glaubten, dass doch noch Uniformierte kamen – doch das waren nur die Gani mit ein paar Beutelratten. Als Delfinstern alle Daten kopiert hatte, zündete Timo die Bombe.
Ein Krater mehr in Neuguinea.
Als der Rauch sich legte, fanden wir in einem kaputten Hubschrauber noch ein Funkgerät. Delfinstern versuchte, eine Verbindung aufzubauen, doch ehe das glückte, kam die GAHL tatsächlich zurück mit drei Hubschraubern. Flucht in den Dschungel! Wir hüpften und sprangen durch die Baumwipfel, um die Hitzesignale unserer Menschen zu verdecken. Und es glückte! Die lahme Bande (bis auf Chefarzt waren alle total außer Atem) erreichte eine nahe Höhle, die uns alle vor den Infrarotkameras der GAHL schützte. Die Hubschrauber zogen ab.
Schnell was essen (Schokoriegel und dazu rohe Schlange).
Wachen.
Hoffen.
Ob wir morgen am Landungsstrip ein freundliches Flugzeug vorfinden werden? Oder wird die GAHL uns dort erwarten?
 

Teil 10: Von der Höhle zum Landungsstrip
Trotz der ruhigen Nacht in der Höhle (wir patrouillierten die ganze Zeit in den Bäumen) waren unsere Menschen am nächsten Morgen müde und kamen nicht richtig in Gang. Man merkt halt doch, dass sie keine Dschungelbewohner sind. Flauschi und Fluffy legten zur Motivation ein paar akrobatische Einlagen hin, aber auch das brachte die Zweibeiner nicht in Gang.
Einzig Hajo hielt die lahme Truppe auf Trapp, begrenzte auch die Mittagspause, damit wir rechtzeitig am Landungsstrip ankamen. Alle waren mehr als fertig, als die kleine Landebahn und das Dorf in Sicht waren. Eine Dusche und Essen brachte unsere Menschen wieder in Schwung, allerdings nur kurzfristig. Alle sprachen nur noch davon, möglichst schnell mit dem Flugzeug hier wegzukommen, obwohl nicht klar war, wie das bezahlt werden sollte. Glücklicherweise schlug keiner vor, uns an den Piloten zu verkaufen, sonst hätte es doch noch eine Prügelei gegeben. Aber so verschwanden wir schnell in die Gasthütten zum Schlafen, und wieder hielten wir Wache. Einmal flog ein Hubschrauber nahe am Dorf vorbei, doch sie kamen nicht zu uns.
Natürlich gab es Probleme am nächsten Morgen – der Pilot wollte Geld, und das hatten wir nicht. Doch schließlich nahm er die gesamte restliche Ausrüstung als Bezahlung. Tanjas Schuhe habe ihn dann überzeugt, und am frühen Nachmittag quetschten wir uns in das winzige Flugzeug.
Die Stimmung unter den Menschen war gut, doch uns schwante nichts Gutes …
 

Teil 11: Der Flug nach Port Numbay und die Abschlussfeier
Wir wussten es ja schon länger, doch endlich kapierten es auch die Menschen – die GAHL trieb sich immer noch in der Gegend herum, und bald hatten wir drei Hubschrauber hinter uns. Sie störten den Funk, versuchten, das kleine Flugzeug abzudrängen, eröffneten sogar das Feuer.
Hajo, heldenmütig wie er nun einmal ist, beschloss, einen der feindlichen Helikopter zu entern. Fluffy, Carsten, Federkiel und Chefarzt sollten den zweiten übernehmen, Jumpy, Stinky, Basadai und Tanja den dritten.
Sanos, unser Pilot, schüttelte nur den Kopf, tat aber, was Hajo wollte. Der stürzte sich todesmutig aus dem Flugzeug und erwischte gerade noch die Kufen des Helikopters. In dem Augenblick beschlossen wir, ihn zum Ehrenkänguru zu ernennen! Hajo hangelte sich in den Hubschrauber, vermöbelte die Besatzung und hatte kurze Zeit später den Hubschrauber unter Kontrolle. Funk war wieder möglich und Hajo rief das indonesische Militär zur Hilfe.
Derweil ersparte Freddi den anderen einen ähnlichen Auftritt, indem er Delfinstern einen Laserpointer zeigte. Sie kapierte sofort und verwirrte mit dem Strahl die feindlichen Piloten, Basadai opferte ihre Machete. Hajo experimentierte in der Zwischenzeit mit den Knöpfen in seinem Cockpit – die Nebelmaschine setzte nicht nur die GAHL-Hubschrauber außer Gefecht sondern auch uns. Und auch den Indonesiern fiel es wohl schwer, uns zu unterscheiden, denn sie feuerten auch auf Hajos Hubschrauber. Er musste abspringen, ohne Fallschirm … Mit ungewohnter Zielsicherheit traf er unser Flugzeug und mit vereinten Baumkänguru- und menschlichen Kräften zogen wir ihn zurück in unser Flugzeug.
Die Landung in Port Numbay war alles andere als sanft, das Flugzeug fing Feuer, steckte noch einen Kerosintank an. Wieder herrliches Feuerwerk.
Ermattet taumelten wir ins Tree Kangaroo Royal Beach Hotel, das auch uns herzlich willkommen hieß.
Abends trafen wir uns zu einem rauschenden Abschiedsfest im Ballsaal. Während die Menschen erst noch Konversation machten, haben wir Kängurus uns gleich auf das Wesentliches konzentriert – das Buffet. Doch es dauerte nicht lange, und die Menschen taten es uns gleich. Rosa Kräutersalat, roter Glibber, gegrillte Bananen (die hielten nicht lange), Krokodil in Streifen, Vierbeiner und Kartoffeln, Sagogrütze, Apfelkuchen und Prosecco.
Zur Party kamen dann auch zahlreiche Gäste, die Menschen schienen sie zu kennen, es gab großes Hallo. Eine Besucherin schien besonders wichtig zu sein, sie sprach von Sondereinreisegenehmigung nach Defihausen – was wohl bedeutet, dass wir unsere Menschen nach Hause begleiten dürfen.
Ein Höhepunkt war dann die Wahl zu Miss und Mister Carstensz (im zweiten Anlauf). Flauschi gewann unseren Titel – eine gerechte Wahl, sie ist schließlich unser Sprachrohr zu den Menschen! Auf der menschlichen Seite gewannen Tanja und Nesse – beide wohlverdient (obwohl hinterher eine Initiative ins Leben berufen wurde, nachzuzählen, wie oft Tanja in Ohnmacht gefallen war).
Paul und Timo sorgten für ein Feuerwerk (die erste Ladung hatte die Form eines Baumkängurus) Berauschend! Oder war es doch das Essen? Folgende Begebenheiten (ohne Anspruch auf Vollständigkeit und Reihenfolge) waren zu beobachten:
* Flauschi und Carsten verzogen sich recht schnell (wie immer).
* Basadai und Tanja prügelten sich fast um Sanos, doch Basadai schwenkte dann auf Timo um.
* Stinky und Freddi beschmierten sich gegenseitig hingebungsvoll mit Sagogrütze.
* Elena verteidigte Hajo gegen alle anderen Frauen und legte mit ihm eine flotte Sohle aufs Parkett. Wir sahen sie später Hand in Hand unter dem Sternenhimmel (endlich!).
* Paul schlich die ganze Zeit um Lilly herum und fütterte sie mit Bananen.
* N8engel und Delfinstern fachsimpelten über den ganzen Technikkram, der während der Expedition eingesetzt worden ist.
* Federkiel sprach endlich Klartext mit Hendrik (nach endlos vielen Anstupsern von Fluffy) und drängte damit Tanja aus dem Rennen um den schönen Mann (wurde auch Zeit!).
* Puffel wuselte eng umschlungen mit Manson über das Buffet.
* Utmonica tuschelte die ganze Zeit mit Asem.
* Hermione und Ava diskutierten eifrig über Baumkängurunachwuchs.
* Jumpy und Fluffy wuselten Hand in Hand zwischen den tanzenden Beinen hindurch (Training?).
* Chefarzt zog sich an den Strand zurück mit seiner Gitarre (Untermalung für Hajo und Elena?)
Eine tolle Party, ein super Team!
N8engel fasste es so zusammen: Ihr seid IRRE. Aber Hajo hatte das letzte Wort und wir können da nur zustimmen: „Ja, das wars …. eine schöne Zeit …“
 

© Petra Vennekohl, 16. bis 30. November 2010

Der ganze Artikel ist auch auf meinem Blog und kann dort kommentiert werden.

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